Sie sind hier: Compunctio cordis > Das KonzeptDas Ensemble Compunctio cordis ist der Historischen Aufführungspraxis Alter Musik verpflichtet, orientiert sich also strikt an mittelalterlichen Vorlagen. Das ist insofern eine Seltenheit, weil auf Mittelalter-Veranstaltungen vielfach auch Musik anderer Epochen, jüngere Volksmusik aus aller Herren Länder oder gar Eigenkompositionen der Mitwirkenden als "mittelalterlich" verkauft werden.
Compunctio cordis tritt auf Mittelalter-Veranstaltungen auch in akribisch rekonstruierter Kleidung auf. Auch das ist ungewöhnlich, denn Ensembles der Alten Musik treten für gewöhnlich nur in Konzertveranstaltungen in moderner Konzertkleidung auf.
Hinter der Historischen Aufführungspraxis steht die Prämisse, daß ein Musikstück einer vergangenen Zeit dann am überzeugendsten wirkt, wenn die Ausführenden sich so genau wie möglich an das halten, was über Besetzung, Instrumentalklang, Spieltechniken und Musikästhetik der jeweiligen Zeit bekannt ist.
Dies bedeutet für die mittelalterliche Musik:
Die mittelalterliche Kleidung entstand nach intensiven Kontakten mit der Living-history-Szene und der Recherche in archäologischen Publikationen. Sie ist komplett handgenäht und entspricht in Form und Material Vorbildern der entsprechenden Zeit. Kleidung und Mode einer Zeit spiegeln in hohem Maße auch die ästhetischen Vorstellungen dieser Zeit wider; modisch gekleidete Menschen werden auch in vielen Musikhandschriften des Mittelalters abgebildet. Es kann auch dem Zuhörer helfen, Musik unterschiedlichen Epochen zuzuordnen, wenn er die Ausführenden etwa eines Stückes aus dem 13. Jahrhundert in anderer Kleidung sieht als die des Stückes aus dem 15. Jahrhundert.
© 10. August 2006 Karen Thöle